Bitcoin Zertifikate – Riskantes Abenteuer?

Von: Daniel Kupka

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2018

Viele Anleger interessieren sich dafür in Bitcoins oder auch andere digitale Währungen zu investieren. Bitcoins können an speziellen internationalen Handelsplätzen wie Coinbase, Binance und Kraken aber auch auf dem deutschen Handelsplatz bitcoin.de erworben werden, wozu entweder ein Bitcoin-Wallet und der entsprechende Gegenwert in Euro oder Dollar oder in einer anderen digitalen Währung benötigt wird.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, direkt an den Kursentwicklungen von Bitcoins zu partizipieren, ohne diese selbst zu besitzen. Dazu gehören vor allem Bitcoin-Zertifikate, aber auch Contracts for Difference, kurz CFDs auf Bitcoins. Letztere eignen sich speziell für das kurzfristige Trades. Beim Wetten auf Kryptowährungen gilt jedoch besondere Vorsicht.

Bitcoin-Zertifikate sind vielen Anlegern hierzulande noch nicht so geläufig. Grund genug, einmal auf die besonderen Risiken zu schauen. Bitcoin-Zertifikate enthalten davon einige.

Das Kursrisiko des Bitcoins selbst

Wer sein Geld in ein Bitcoin-Zertifikat anlegt, spekuliert auf eine Kursteigerung, an der er zumeist eins zu eins partizipieren kann.

Bei CFDs hingegen kommen dagegen Hebel zum Einsatz, die Gewinnchancen aber auch Verlustrisiken noch einmal potenzieren. Die durch die Hebel verstärkten Verlustrisiken sind auch ein Grund, warum es keine gute Idee ist, CFDs über Nacht zu halten. Dafür kann mit CFDs auf einfache Weise auch von fallenden Kursen profitiert werden, indem einfach eine Short-Position eingenommen wird, was mit Zertifikaten nicht so einfach möglich ist. Für etwas längerfristige Engagement sind Zertifikate auf Bitcoins besser geeignet.

Allerdings ging es in der Vergangenheit mit dem Bitcoin-Kurs nicht nur aufwärts. Wer bis Mitte 2017 auf Bitcoins gesetzt hatte, konnte Ende letzten Jahres einen enormen Anstieg, gemessen in Dollar oder Euro erleben. Der enorme Anstieg letztes Jahr lag vor allem in Spekulationen von großen institutionellen Investoren begründet. Diese stiegen aber genauso schnell wieder aus, um Kasse zu machen und sorgten kurz darauf wieder für einen krachenden Kurssturz.

So manch ein privater Anleger, der zum Jahresende zu bereits relativ hohen Kursen auf den Zug aufsteigen wollte, erlebte im Januar 2018 sein kleines Armageddon. Die Kurse fielen von der Höchstmarke am 17.12.2017 von 16.892 € auf etwas über 5.000 € zu Beginn dieses Jahres.

Der Bitcoin weist eine hohes Volatilitätsrisiko auf

Es ist nicht auszuschließen, dass sich Spekulanten wieder über den Bitcoin hermachen. Das Problem ist, dass bereits Investments von einigen hunderttausend Dollar starke Kursausschläge auslösen können. Wenn Großinvestoren nur kurzfristig in die Kryptowährung investieren, um dann schnell wieder auszusteigen, können solche Turbulenzen zum Schaden vieler Anleger durchaus wieder passieren. Der Markt für Kryptowährungen addiert sich insgesamt auch „nur“ auf ein Volumen von etwa 200 Milliarden US-Dollar, was die hohe Volatilität mitbegründet.

Ein weiteres Problem des Bitcoins liegt in seiner Akzeptanz. Immer wieder wird Kritik laut, dass es viel zu lange dauert, bis Transaktionen mit der „Währung“ bestätigt werden. Das ist im Wesentlichen durch den komplexen Algorithmus zur Einreihung der Transaktionen in die Blockchain, dem „Kassenbuch“ begründet. Dieser Algorithmus erfordert eine hohe Rechnerleistung.

Einige Unternehmen wie z.B. die Schweizer Bahn oder selbst wenige Lieferdienste akzeptieren den Bitcoin bereits. Selbst Sportwetten können teilweise schon mit Bitcoins bezahlt werden. 


Außerdem wird dem Bitcoin vorgeworfen, dass er sich mit den wenigen Transaktionen, die je Zeiteinheit verarbeitet werden können, kaum für komplexe Anwendungen, beispielsweise bei Bezahlvorgängen im Internet der Dinge einsetzen lässt. Andere Kryptowährungen, die nicht auf der Blockchain beruhen, haben hierbei deutliche Vorteile. Es besteht also das Risiko, dass der Bitcoin, als erste und immer noch bedeutendste Kryptowährung, in Zukunft an Akzeptanz verliert.

Währungs- u​​​​nd Emittentenrisiko bei Bitcoin-Zertifikaten

Aktuell werden Bitcoin-Zertifikate nur durch wenige Emittenten herausgegeben. Das sind zum Beispiel das schwedische Unternehmen XBT Provider oder Vontobel. Die Zertifikate notieren entweder in US-Dollar oder wie bei XBT Provider teilweise in schwedische Kronen. Sie haben zudem eine befristete Laufzeit, beispielsweise von zwei Jahren. Die Papiere können auch über verschiedene Online-Brokern wie bei der Comdirekt Bank erworben werden.

Anleger in Bitcoins müssen daher bedenken, dass zusätzlich zu den Kurs- und Volatilitätsrisiken auch noch ein Währungsrisiko besteht. Das Emittentenrisiko, also das Risiko die Anlagesumme nach Ablauf der Laufzeit nicht zurückgezahlt zu bekommen, ist dagegen eher klein, besteht aber theoretisch ebenfalls.

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