Trotz Corona-Sparkurs: Die Kündigungswelle bleibt vorerst aus

Von: Daniel Kupka

Zuletzt aktualisiert: 4. Juni 2020

Die Corona-Pandemie hat erheblichen Einfluss auf das Konsumverhalten der Deutschen genommen. Die Geschäfte sind bereits seit einigen Wochen geöffnet, der erhoffte Kundenansturm blieb aber aus. Die Sorge vor einer wirtschaftlichen Rezession ist groß. Kündigung.org hat eine Studie erhoben, welche die Veränderungen während der Corona-Pandemie genauer untersucht. Diese nahm zum einen das Kündigungsverhalten der Deutschen genauer unter die Lupe und zum anderen wurden die Meinungen der Befragten zu Themen wie Reiserückerstattung, Verschiebung von Großveranstaltungen und Geisterspielen im Stadion abfragt. Die Ergebnisse der Studie fielen ganz unterschiedlich aus.

Zuerst eine positive Nachricht: Die vermutete Kündigungswelle blieb bisweilen aus. Zwar gaben seit dem 1. März 2020 45 Prozent der über 1100 Befragten an, mindestens einen Vertrag gekündigt zu haben. Davon kündigten jedoch nur 17 Prozent aus Gründen, die durch die Corona-Pandemie bedingt waren. 

Dennoch bleibt zu erwähnen, dass fast die Hälfte der Kündigungen aus finanziellen Gründen ausgesprochen wurden. So gaben 44 Prozent an Geld sparen zu wollen. 

Im zweiten Teil der Studie wurden die Teilnehmer*Innen nun nach ihrer Meinung zu den Themen Reiserückerstattung, Verschiebung von Großveranstaltungen und Geisterspielen im Stadion befragt. Die Angaben fielen zwiegespalten aus. Während mehr als zwei Drittel der Befragten angaben, Reisegutscheine inakzeptabel zu finden, waren mehr als 80 Prozent mit der Verschiebung von Großveranstaltungen einverstanden.

Der Eventim-Chef Klaus Peter Schulenberg äußerte sich zu diesem Thema wie folgt: „Sollte es eine bislang geplante aufschiebende Regelung für die Ticketerstattung nicht geben, dann werde die Kulturlandschaft in Deutschland umfassend und dauerhaft Schaden nehmen.“ Obwohl die große Mehrheit der Befragten die Verschiebung von Veranstaltungen akzeptabel fand, schenkten zwei Drittel der Befragten Schulenbergs Aussage keinen Glauben.

Auch die Bitte von Ursula von der Leyen, aus Solidarität auf das Recht auf Rückerstattung zu verzichten, sofern man sich nicht in einer finanziellen Notlage befände, fand nicht viel Anklang bei den Befragten. So waren knapp 70 Prozent nicht bereit, dieser Bitte nachzukommen. 

Uneinigkeit herrschte auch beim Thema Fußball. Jedoch hat sich innerhalb der Umfrage abgezeichnet, dass sich vor allem Pay-TV-Nutzer auf den Beginn der Bundesliga gefreut haben. 

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