Falschgeld erkennen: So schützt man sich

Von: Daniel Kupka

Zuletzt aktualisiert: 17.08.2018

Wasserzeichen, Hologramme und silbriger Sicherheitsfaden: Die Merkmale eines echten Euro-Scheins sind nur schwer zu fälschen. Dennoch waren allein in Deutschland im ersten Halbjahr 2017 fast 40.000 Blüten im Umlauf, über 25.000 davon waren 50-Euro-Scheine. Die durch das Falschgeld entstehenden wirtschaftlichen Schäden sind laut Expertenschätzungen enorm: Bislang beläuft sich der Schaden weltweit auf 36 Millionen Euro, 2006 wurde mit 6,1 Millionen Euro ein Rekord erreicht.

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen werden vor allem 20- und 50-Euro-Scheine gefälscht. Bekannt ist, dass rund 70 Prozent aller Blüten in Neapel hergestellt und von dort aus auch vertrieben werden. Geldfälscher beschränken sich nicht nur auf Banknoten, denn auch Hartgeld wird oft gefälscht.

falschgeld erkennen

Woran erkennt man Falschgeld?

Auf den ersten Blick sind Blüten nur schwer von echten Geldscheinen zu unterscheiden. Wer viel und oft mit Bargeld zu tun hat, erkennt die gefälschten Noten bereits am Material. Bei echten Banknoten ist dieses griffig und verfügt über ein spürbares Relief. Beim Kippen des Scheins erscheint ein Hologramm. Wird ein echter Euro-Schein ins Licht gehalten, kann man deutlich eine dunkle Linie erkennen. Am einfachsten lässt sich eine Banknote auf ihre Echtheit hin überprüfen, indem man sie unter eine UV-Lampe hält.

Bei Münzen ist das Erkennungspotential für eine Fälschung deutlich geringer. Am häufigsten werden 50-Cent- sowie 1- und 2-Euro-Münzen gefälscht, 2006 konnten in Deutschland 77.000 Falschmünzen sichergestellt werden. Im Vergleich zu Papiergeldbearbeitungsmaschinen sind vollautomatische Hartgeldbearbeitungsmaschinen mit einer Erkennungsrate von 96 Prozent relativ leistungsschwach, was zur Folge hat, dass Falschmünzen oft nicht als solche erkannt werden.

Wer den Verdacht hat, auf gefälschtes Hartgeld gestoßen zu sein, sollte zuerst den Münzrand überprüfen. Bei echten Münzen sind die Randprägungen gestochen scharf, bei falschen meistens unvollständig und unregelmäßig. Um eine Münze zu überprüfen, kann diese einem Magnettest unterzogen werden. Echte Münzen sind nur leicht magnetisch, bei falschen Münzen hingegen wird oft ein starker oder ein nicht vorhandener Magnetismus festgestellt.

​So schützt man sich vor Falschgeld

Wer unwissentlich Falschgeld besitzt, macht sich nicht strafbar, jedoch wird ihm der Schaden keinesfalls ersetzt, er bleibt also sozusagen auf dem gefälschten Geldschein sitzen. Wer trotzdem versucht, mit einem gefälschten Schein zu bezahlen, begeht eine Straftat. Damit es gar nicht dazu kommt, ist es ratsam, so oft wie möglich per Karte zu zahlen.

Auch wer mit Bargeld bezahlt, das er eben am Automaten abgehoben hat, ist vor Falschgeld sicher: Bei Banken liegt die Erkennungssicherheit von Fälschungen bei 100 Prozent, demnach können sie keine falschen Scheine ausgeben. Kredite sollten immer aufs Konto überwiesen werden. Selbst bei einer Umschuldung empfiehlt es sich, nicht auf Barkredite zu vertrauen, sondern sich an einen seriösen Kreditanbieter zu wenden.

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