Kinderkonto Vergleich – Das beste Konto finden (06/2018)

Von: Bernd Gerste

Zuletzt aktualisiert: 6. Februar 2018

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab dem 7. Lebensjahr sind Kinder „beschränkt geschäftsfähig“. Der sogenannte Taschengeldparagraph ermöglicht dann die Eröffnung eines Kinderkontos.
  • Moderne Konten für Kinder, Schüler, Auszubildene und Studenten ab 18 Jahren bieten (Online-)Überweisungen, Bareinzahlungen und -auszahlungen am Schalter, Bargeldabhebungen am Geldautomaten, aber auch das Bezahlen mit der Girokarte oder Pre-Paid Kreditkarte gehört mittlerweile zum Standard.
  • Wie in vielen Vergleichen gibt es auch bei den Kinder- und Jugendkonten keinen 100%igen Sieger. Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass Kinder und Jugenliche Ihr Geld bar einzahlen können. Dementsprechend haben zwei Filialbanken die Nase vorn. Zusammenfassend können wir das Startkonto der Commerzbank empfehlen, dicht gefolgt von dem Giro Start direkt der Postbank

Wer erinnert sich nicht an das gute alte, prall gefüllte Sparschwein oder das erste Sparbuch, das Oma und Opa für die Kinder angelegt haben? Doch die Zeiten, in denen Kinder mit dem Sparschwein in der Hand zur Bank gehen, sind lange vorbei.

Heute sollen die Kinder schon früh den Umgang mit Finanzen lernen. Eltern suchen daher immer häufiger nach Möglichkeiten, ein spezielles Kinderkonto zu eröffnen. Aber auch das Thema Geldanlage für die eigenen Kinder wird auf Grund der historisch niedrigen Zinsen immer wichtiger.

Bevor du jedoch zu einer Bank gehst, um ein Konto zu eröffnen, ist es wichtig, sich einen Überblick über die Voraussetzungen und Angebote zu verschaffen. Wir haben für dich die wichtigsten Punkte zusammengetragen und einen Vergleich verschiedener Kinder- und Jugendkonten vorgenommen.


Die wichtigsten Fragen zum Konto für Kinder, Schüler, Auszubildene und Studenten zusammengefasst

Ab welchem Alter kann ein Konto eröffnet werden?

Um ein Konto bereits ab dem ersten Lebensjahr zu eröffnen, musst du ein paar Bedingungen erfüllen. Vor dem 7. Lebensjahr gelten Kinder als geschäftsunfähig. Das ist im BGB § 104 geregelt. Daher kann dein Kind bis zu diesem Alter keine Verträge abschließen und auch keine Geldgeschäfte tätigen.

In der Praxis bedeutet das, dass du als Elternteil  das Konto auf deinen Namen beantragen musst. Später kann das Konto dann auf das Kind umgeschrieben werden.

Ab dem 7. Lebensjahr sind Kinder dann „beschränkt geschäftsfähig“. Der sogenannte Taschengeldparagraph ermöglicht dann die Eröffnung eines Kinderkontos. Aber auch hier gibt es ein paar Bestimmungen und Regeln, die du beachten musst. Da euer Kind auch mit der Vollendung des 7. Lebensjahres nur beschränkt geschäftsfähig ist, muss die Eröffnung eines Kinderkontos durch die oder den gesetzlichen Vertreter erfolgen.

            Bitte beachte

Bei zusammenlebenden Eltern müssen beide Elternteile zustimmen. Bei Alleinerziehenden nur der gesetzlich vertretende Elternteil. Einige Banken verlangen auch ein Schreiben vom Jugendamt, wenn ein alleiniges Sorgerecht besteht.

Diese Kinderkonten können in der Regel bis zum 17. Lebensjahr genutzt werden, danach kann der mittlerweile Jugendliche selbst entscheiden welche Art Konto er oder sie führen möchte. Auch hier gibt es verschiedene Kontomodelle, die zur jeweiligen Situation passen.

Welche Art Konto ist das Richtige?

Kinderkonten bzw. Jugendkonten werden in der Regel als Girokonto auf Guthabenbasis geführt. Alternativ kann man auch ein Sparbuch (heute oft eine Sparkarte) eröffnen. Diese Konten eignen sich zum Beispiel als Taschengeldkonto. Das Kinderkonto kann aber auch als ein Tagesgeld oder Festgeldkonto geführt werden.

Aber Sparbuch, Fest-  und Tagesgeld lohnen sich kaum noch. Zinssätze von 0,00 oder 0,01 Prozent bei den von uns untersuchten Girokonten sind keine Seltenheit, bei täglich verfügbaren Tagesgeldern sieht es kaum besser aus. 

Tipp: Wie soll man bei Niedrigzinsen das Geld heute anlegen?

Die Verbraucherzentrale listet auf ihrer Webseite einige interessante Optionen auf. Die wichtigsten Punkte im Überblick (zitiert):

  • Streuen Sie Ihr Geld!
  • Was wollen Sie mit der Geldanlage erreichen? Je nach Anlageziel sind ganz unterschiedliche Anlageformen geeignet bzw. ungeeignet.
  • Eine Geldanlage kann nicht zugleich sicher, jederzeit verfügbar und hochrentabel sein. Hüten Sie sich vor solchen Angeboten!
  • Gehen Sie nie mehr Risiko ein, als sie tragen können!
  • Achten Sie auf die Kosten! Zinsen und Kurssprünge sind wenig wert, wenn sie durch hohe Kosten wieder aufgefressen werden.
  • Vertrauen Sie Ihrem Berater nicht blind! Bei so wichtigen Dingen wie Ihrem Geld sollten Sie niemandem blind vertrauen. Informieren Sie sich aus verschiedenen Quellen und kaufen Sie nur Anlageprodukte, die Sie auch verstehen!"

Wer kann wie von dem Kinderkonto Geld abheben?

In welcher Form Verfügungen getroffen werden können, ist in den Bestimmungen der jeweiligen Bank geregelt. Aber auch ihr als Eltern könnt mitbestimmen, welche Verfügungen im Rahmen eines Kinderkontos möglich sind.

Moderne Kinderkonten bieten (Online) Überweisungen, Bareinzahlungen, Barauszahlungen am Schalter, Bargeldabhebungen am Geldautomaten, aber auch das Bezahlen mit der Girokarte gehört mittlerweile zum Standard. 

Der Taschengeldparagraph regelt dabei Überweisungstätigkeiten. Überweisungen, die durch Minderjährige durchgeführt werden, sind nur dann wirksam, wenn der Minderjährige die „vertragsmäßige Leistung“ mit eigenen Mitteln bewirken kann. Die eigenen Mittel werden als das zur Verfügung gestellte Taschengeld verstanden.

Der Vertrag für das Kinderkonto wird nicht nur zwischen der Bank und deinem Kind, sondern zwischen dir und der Bank geschlossen. Daher seid ihr als Eltern berechtigt, die Kontonutzung zu reglementieren und sogar einen monatlichen Verfügungsrahmen für das Kind festzulegen.

Nicht möglich bei der Nutzung eines Kinderkontos sind sogenannte Kreditgeschäfte. Dazu gehören zum Beispiel Dispositions- und Ratenkredite. Im Einzelfall ist es möglich einen Dispositionskredit eingeräumt zu bekommen.

Du entscheidest, dabei ob dein Kind eine Bankkarte, eine Girocard oder optional auch eine Prepaid Kreditkarte erhalten soll. Ebenso entscheidest du, ob dein Kind selbst Geldeinzahlungen und -auszahlungen vornehmen darf.

                Wissenswertes

Bankkarte

Eine Bankkarte bzw. Servicekarte ermöglicht es deinem Kind, Geld von seinem Konto abzuheben, und zwar nur am Geldautomaten und Schalter der jeweiligen Bank. Das Bezahlen in Geschäften oder im Internet ist mit dieser Art von Karte nicht möglich. Reine Bankkarten werden nur noch von wenigen Banken ausgegeben.

Girocard

Die Girocard oder Girokarte (früher EC-Karte) wird mittlerweile bei allen Girokonten für Kinder und Jugendliche ausgegeben. Neben der Ein- und Auszahlung von Bargeld am Bankautomaten oder Schalter, ist es mit dieser Karte auch möglich, in Geschäften oder im Internet zu zahlen. Die Girocard wird meist mit mehreren Diensten kombiniert, u. a. mit aufladbarer Geldkarte, der Funktion Maestro oder V Pay für die Nutzung der Karte im Ausland. 

Kreditkarten

Kreditkarten werden bei Abschluss eines Kontos für Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren nicht ausgegeben. Bei nahezu allen Kreditkarten ist ein Mindestalter von 18 Jahren Voraussetzung, da ein Kredit an Minderjährige, die noch nicht geschäftsfähig sind, nicht vergeben werden darf. Eine Ausnahme bilden aufladbare Kreditkarten.

Aufladbare Kreditkarten (Prepaid-Kreditkarten)

Die aufladbare Kreditkarte (oder Prepaid-Kreditkarte) funktioniert wie eine klassische Kreditkarte. Es wird ein bestimmtes Guthaben von dem Girokonto auf die Karte geladen. Ist das Guthaben auf der Karte aufgebraucht, kann die Karte einfach wieder aufgeladen werden. Fahren Kinder beispielsweise alleine ins Ausland, dann haben sie den entscheidenden Vorteil, dass sie über ein sicheres Zahlungsmittel verfügen, das jederzeit kontrolliert und aufgeladen werden kann. 

Unsere Empfehlung

Wir haben nur Banken untersucht, die folgende Kriterien erfüllt haben: 

  • Es sollte keinen Mindest-Geldeingang für das Konto für Kinder und Jugendliche geben!;
  • Bareinzahlungen sollten jederzeit ohne Gebühren möglich sein, z.B. wenn Taschengeld eingezahlt werden soll;
  • Keine Kontoführungs- sowie Girokartengebühren;
  • geduldete Überziehungen (Dispositionskredit) sollten abschaltbar sein.

Wie in vielen Vergleichen gibt es auch bei den Kinder- und Jugendkonten keinen 100%igen Sieger. Individuelle Leistungen und Standards geben am Ende den Ausschlag. Einige regionale Banken bieten auch bei den Kinderkonten sehr individuelle Modelle. Da diese jedoch meist nicht bundesweit verfügbar sind, haben wir uns bei der Bewertung der Konten auf die bundesweit angebotenen Dienstleistungen beschränkt.

Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche Ihr Geld bar einzahlen können. Dementsprechend haben zwei Filialbanken die Nase vorn. Zusammenfassend können wir das Startkonto der Commerzbank empfehlen, dicht gefolgt von dem Giro Start der Postbank.

Commerzbank -  StartKonto

  • Für Kinder ab 7 und junge Erwachsene bis 30 Jahren 
  • Kostenlose Girocard ab 7 Jahren 
  • Kostenlose Bargeldabhebung an 9.000 Cash-Group Automaten in Deutschland 
  • Bareinzahlungen an ~1.400 Bank-Filialen bundesweit möglich
  • Young Visa Kreditkarte bei Volljährigkeit und Bonität
  • 50 Euro Zufriedenheitsgarantie bei Kündigung des StartKontos 
  • 1 Jahr lang kostenfreies Musikstreaming mit der StartKonto Music App
  • Keine Pre-Paid Kreditkarte 
  • Kein Startguthaben

Postbank -  Giro Start direkt

  • Für Kinder ab 12 und Jugendliche bis 22 Jahren 
  • Kostenlose Girocard ab 12 Jahren 
  • Kostenlose Bargeldabhebung an 9.000 Cash-Group Automaten in Deutschland
  • Bareinzahlungen an ~1.070 Bank-Filialen bundesweit möglich
  • Kostenlose Kreditkarte ab 12 Jahren
  • Beim Vertrauensindex der WirtschaftsWoche 2015 genießt die Postbank das höchste Kundenvertrauen im Bankenvergleich. 
  • Nicht verfügbar für Kinder jünger als 12 Jahre
  • Kein Startguthaben

Jugend- und Kinderkonten im Vergleich

Anbieter/Tarif

Alters-grenzen

Filialen

Grundpreis (pro Monat) 

Girocard  (pro Jahr)

Prepaid- Kreditkarte (pro Jahr)

Kreditkarte (pro Jahr)

Bargeld kostenlos abheben

Habenzins /Dispozins (Prozent pro Jahr)

Besonderheiten

Comdirect

JuniorGiro

7 - 17

0€

0€, ab 7 Jahren 

0€, ab 7 Jahren 

*​

0,00% / 6,50%

Bareinzahlung bei Commerzbank möglich

Commerzbank

StartKonto

7 - 30

0€

0€, ab 7 Jahren 

0€, ab 18 Jahren 

*​

0,00% / 9,75%

50 Euro Zufriedenheitsgarantie 

Deutsche Bank

Das junge Konto

14 - 30

0€

0€, ab 14 Jahren 

0€ erstes Jahr, dann 18€, ab 14 Jahren

*​

0,10% / 10,90%

DKB

DKB-Cash u18

7 - 17

0€

0€, ab 7 Jahren 

0€, ab 7 Jahren

*​**

0,20% / 7,43%

Eltern müssen bereits ein DKB Cash-Konto besitzen

HypoVereinsbank

HVB StartKonto 

7 - 25

0€

0€, ab 7 Jahren Service-Card 

10€, ab 12-18 Jahren; 20€, ab 18 Jahren

0€, ab 18 Jahren 

*​

0,0% / 10,63%

Postbank

Giro Start

12 - 22

0€

0€, ab 12 Jahren 

0€ erstes Jahr, dann 5€, ab 12 Jahren

*​

0,10% / 10,55%

Wüstenrot

Giro junge Leute

7 - 24

0€

0€, ab 7 Jahren 

0€, ab 18 Jahren 

0€, ab 18 Jahren 

*​*

0,0% / 10,87%

Bei Angeboten Startguthaben erhätlich

* An 9.000 Cash-Group Automaten in Deutschland

** An 2.900 Cash-Pool-Automaten in Deutschland

** An 58.000 Automaten weltweit mit Visa-Zeichen 

Zusatz: So lernen Kinder den Umgang mit Geld

Den Umgang mit Geld zu lernen ist ähnlich wichtig wie Lesen und Schreiben. Aber ab welchem Alter sollten Eltern mit ihren Kindern über Geld reden? "Das ist ganz individuell vom Kind abhängig", sagt der Sozialpädagoge Michael Schnittchen. Er leitet ein Familienzentrum im Süden Münchens. "Es gibt Zwölfjährige, die noch überhaupt kein Verständnis für Geld haben, und es gibt Sechsjährige, die sich ihr Taschengeld schon einteilen können. Die Eltern sollten die Entwicklung ihres Kindes richtig einschätzen können und das Thema dementsprechend vermitteln."

Wir haben uns die aktuelle Literatur und Expertenmeinungen zum Thema "Finanzerziehung" angeschaut und basierend auf den Ergebnissen eine Grafik erstellt.

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