Anhänger Versicherung – Der komplette Ratgeber (inkl. Vergleich)

Von: Andreas Werner

Zuletzt aktualisiert: 2. März 2018

anhänger-versicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen brauchen fast alle Anhänger eine Haftpflichtversicherung, um im Straßenverkehr geführt werden zu dürfen.
  • Inwieweit und in welcher Form eine Anhänger-Versicherung abgeschlossen werden muss, hängt unter anderem auch davon ab, ob der Anhänger privat, gewerblich oder geschäftlich genutzt wird.
  • Einige Anhänger sind von der Pflichtversicherung ausgeschlossen (z.B. Pferdeanhänger, Bootstrailer, Anhänger in der Land- und Forstwirtschaft). Dennoch ist es empfehlenswert, zusätzlich eine Haftplichtversicherung für diese Art von Anhängertypen abzuschließen. Der Grund ist, dass man ein Risiko trägt, wenn der Anhänger nicht an einem Fahrzeug angekoppelt ist.
  • Bei wertvollen Anhängern (z.B. neuwertige Wohnanhänger) oder besonderem Transportgut ist eine Teil- oder Vollkaskoversicherung grundsätzlich empfehlenswert.
  • Die Preise für eine Anhänger-Versicherung setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen und sind daher sehr unterschiedlich. Ein Versicherungsvergleich lohnt sich aber trotzdem: Prämien, Versicherungsbedingungen und -leistungen können erheblich voneinander abweichen.

So geht man bei der Suche vor

  • Überleg dir, welchen Versicherungsschutz du brauchst. An Haftpflicht führt bei vielen Anhängertypen kein Weg vorbei, sie ist Pflicht. Zusätzlich kannst du dein Anhänger voll- oder teilkaskoversichern.
  • Es kann sich als schwierig erweisen, wenn der Anhänger bei einer anderen Kfz-Versicherung versichert werden soll, als das Zugfahrzeug. Einige Anbieter weigern sich einen Anhänger solo zu versichern, das heißt ohne das Zugfahrzeug. In diesem Fall würden wir dir zunächst empfehlen, beim aktuellen Kfz-Versicherer anzufragen, welche Versicherung dein Anhänger konkret benötigt und dir entsprechend ein Angebot einzuholen.
  • Wenn ein Schutz von der Kfz-Versicherung ausgeschlossen wurde bzw. bestimmte Leistungen nicht verfügbar sind, stehen dir zwei Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Du wechselst den Kfz-Versicherer und versicherst dein Pkw zusammen mit dem Anhänger. Der schnellste und beste Weg zu einem günstigen Kfz-Versicherungsangebot führt über einen Versicherungsvergleich auf Portalen im Internet. Im Vergleich lieferten die Portale Check24 und Verivox gute Ergebnisse. Endet dein Vertrag zum Jahresende, kannst du bis zum 30. November kündigen und wechseln.
  • Du versicherst dein Anhänger seperat von deinem Pkw bei einer anderen Versicherungsgesellschaft. Allerdings bieten diese Möglichkeit nur wenige Versicherungen an. Unter den untersuchten Anbietern, die diese Option anbieten, können wir die Anhänger-Versicherungstarife der DEVK als auch der HUK-Coburg/HUK24 empfehlen.

Ob Umzug, Gartenabfälle, ein größeres Bauprojekt oder ein besonderes Hobby, sehr oft reicht der Kofferraum am Pkw nicht aus, um größere oder sperrige Dinge zu transportieren. Ein Anhänger ist da die ideale Lösung und in vielen Momenten unverzichtbar.

Viele Auto­fahrer glauben aber, dass An­hänger in der Auto­ver­sicherung mit­versichert sind. Seit 2002 ist hierfür allerdings eine eigene Versicherung notwendig. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Anhänger über die Haftplichtversicherung des Zugfahrzeugs (z.B. über die Kfz-Versicherung für den Pkw) mit abgedeckt.

Auch wenn eine Anhänger­ver­sicherung im Vergleich zu einer Kfz-Versicherung günstig ist, lohnt sich ein Ver­sicherungs­vergleich, denn Prämien, Ver­sicherungs­bedingungen und -leistungen können erheblich voneinander abweichen.

Im folgenden Ratgeber beantworten wir die häufigsten Fragen und zeigen auf wie man eine optimale Anhänger-Versicherung findet.

Wissenswertes: Welcher Führerschein wird benötigt, um einen Anhänger benutzen zu dürfen?

Hier wird es etwas kompliziert. Die Besitzer der alten Klasse 3-Führerscheine sind im Vorteil: Sie dürfen an bis zu 3,5 Tonnen schwere Zugfahrzeuge Transportlasten anhängen, die den jeweiligen Spezifikationen des Zugfahrzeugs und Anhängertyps entsprechen. Zweiachsige Anhänger dürfen allerdings nur bewegt werden, wenn die Achsen weniger als einen Meter Abstand voneinander haben.

Wer jedoch das spätere Äquivalent der Klasse 3 besitzt - also einen Führerschein der Klasse B - darf nur Gespanne mit einer Anhängelast von maximal 750 kg und einem maximal erlaubten Gesamtgewicht von Zugfahrzeug plus Anhänger von 3,5 Tonnen steuern.

Du solltest dir vor dem Kauf eines Anhängers sicher sein, welche Regelung für dich zutrifft.

Warum eine Anhänger-Versicherung?

Wie bereits erwähnt, besteht für Anhänger seit 2002 eine Versicherungspflicht – eine Haftpflichtversicherung für das Zugfahrzeug reicht nicht mehr aus.

Probleme treten immer in den Fällen auf, bei denen dein Anhänger nicht mehr mit der Zugmaschine (meist deinem Pkw) verbunden ist. In diesem Moment ist der Anhänger nicht mehr über die Pkw-Versicherung abgedeckt. Für diesen Fall benötigst du in jedem Fall eine seperate Anhänger-Versicherung.

Durch diese eigenständige Versicherung werden beispielsweise Schäden reguliert, die durch deinen Anhänger entstehen, wenn du ihn irgendwo geparkt hast. Aber auch wenn der Anhänger auf einer abschüssigen Straße ins Rollen kommt und andere Fahrzeuge oder Sachwerte beschädigt, greift die Anhänger-Versicherung.

Unerlässlich ist die Versicherung auch bei Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern, beispielsweise beim Rangieren auf einem Hof oder dem Auffahren Dritter auf am Straßenrand abgestellte Anhänger.

Für welche Anhänger muss ich eine Versicherung abschließen?

Inwieweit und in welcher Form eine Anhänger-Versicherung abgeschlossen werden muss, hängt unter anderem davon ab, ob der Anhänger privat, gewerblich oder geschäftlich genutzt wird. Einige Anhänger sind sogar ganz von der Versicherungspflicht ausgeschlossen.

Gewerblich genutzte Anhänger

Gewerblich genutzte Anhänger (z.B. Transportanhänger wie Kipper, offene und geschlossene Kästen, Planen und Spriegel) können in manchen Fällen bereits über die Betriebshaftpflichtversicherung mit abgedeckt werden – müssen dort jedoch explizit einbezogen werden. In diesem Fall muss keine zusätzliche Anhänger-Versicherung abgeschlossen werden.

Diese greift bei allen Fahrzeugen, bei deren Verwendung Einnahmen erzielt werden, die steuerlich als Gewinn aus einem Gewerbebetrieb angesehen werden. Darunter fällt der Transport von Personen und Gütern gegen Entgelt wie zum Beispiel bei Taxiunternehmen, Speditionsunternehmen oder Kurierdiensten.

Geschäftlich genutzte Anhänger

Unter einer geschäftlichen Nutzung versteht man indessen den Einsatz des Fahrzeuges für berufliche Zwecke. Darunter fallen zum Beispiel Handwerker und Handelsvertreter. Die Versicherungsunternehmen bieten für diese Fälle Policen an, die im Durchschnitt etwas teurer sind als bei einer privat-genutzten Anhänger-Versicherung.

Einige Anhänger sind von der Pflichtversicherung ausgenommen

Zusätzlich sind einige Anhänger von der Versicherungspflicht ausgenommen: Dazu gehören etwa Pferdetransporter, Bootsanhänger, Segelfluganhänger und ähnliche Spezialanhänger. Von der Pflichtversicherung befreit sind auch land- und forstwirtschaftlich genutzte Anhänger.

Dennoch ist es empfehlenswert, zusätzlich eine Haftplichtversicherung für diese Anhänger abzuschließen. Der Grund ist, dass du auch hier ein Risiko trägst, wenn der Anhänger nicht an ein Fahrzeug angekoppelt ist.

Zu erkennen sind solche Anhänger an einem grünen Kennzeichenschild. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass nicht alle Versicherungsunternehmen Anhänger mit grünem Kennzeichen versichern. Im Zweifelsfall sollte man vor Abschluss einer Versicherung beim ausgewählten Anbieter nachfragen, ob tatsächlich die Zulassung mit grünem Kennzeichen akzeptiert wird.

Alle anderen Anhänger müssen für eine Nutzung im Straßenverkehr separat versichert werden! 

Bitte beachte: Ausgeliehene Anhänger benötigen auch einen Versicherungsschutz

Auch, wenn du dir einen Anhänger ausleihen willst, musst du sicherstellen, dass eine solche Versicherung besteht. Daher solltest du dir vom Halter oder Verleiher unbedingt den Versicherungsnachweis zeigen lassen. Anhänger ohne gültige Versicherung dürfen nicht genutzt werden!

Welche Formen der Anhänger-Versicherung gibt es?

Haftpflichtversicherung für Anhänger

Für viele Anhängertypen ist der Abschluss einer separaten Anhänger-Haftpflichtversicherung Pflicht.  

Diese leistet, wenn durch den Gebrauch deines Anhängers Personen zu Schaden kommen, Sachen beschädigt bzw. zerstört werden oder Vermögensschäden entstehen.

Diese muss nicht nur für den Halter des Zugfahrzeugs sondern auch den Eigentümer und den Fahrer abgeschlossen werden.

Kaskoversicherung für Anhänger

Zusätzlich zu der Anhänger-Haftpflicht kann auch ein Versicherungsschutz in Form einer Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden.

Eine Kaskoversicherung reguliert die Schäden an deinem eigenen Anhänger (z.B. durch Beschädigung, Zerstörung oder Verlust deines Anhängers). Diese deckt auch Beschädigungen durch Wildunfälle, Naturgewalten wie Hagel, aber auch Diebstahl ab.

Bei einem besonders wertvollen Anhänger (z.B. neuwertige Wohnanhänger) ist eine solche Teil- oder Vollkaskoversicherung grundsätzlich empfehlenswert.

Die Vollkaskoversicherung bietet den Schutz einer Teilkasko und deckt darüber hinaus einen Schaden durch selbst verschuldete Unfälle sowie durch Vandalismus ab. Dadurch ist die Vollkaskopolice in der Regel der teuerste Schutz.

 Wenn du beabsichtigst, einen Spezialanhänger zu versichern, solltest du dir die Versicherungsbedingungen genau anschauen. Einige Anbieter schließen in ihren Versicherungsbedingungen spezifische Aufbauten aus. Das können zum Beispiel Ballon-Anhänger zum Transportieren der Heißluftballon-Ausstattung, Bootsanhänger zum Transport von Kanus oder Segelbooten, oder Anhänger für bestimmte Sportarten wie Surfen oder Jet Ski sein (siehe oben).

Wie hoch sind die Kosten für Anhänger-Versicherungen?

Die Preise für eine Anhänger-Versicherung setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen und sind daher sehr unterschiedlich.

Wichtige Faktoren sind die Abmessungen wie auch Angaben zur Nutzlast und zum zulässigen Gesamtgewicht.

            Definition: Nutzlast

Last, die ein Fahrzeug zusätzlich aufnehmen kann, bis die maximal zulässige Gesamtmasse erreicht ist.

Aber auch die Nutzung beeinflusst den Preis deiner Versicherung – Versicherungsunternehmen unterscheiden hier zwischen privater, gewerblicher und geschäftlicher Nutzung.

Außerdem musst dir für die Berechnung der Prämie die Aufbauart des Anhängers bekannt sein. Darunter versteht man beispielsweise, ob das Modell ein Kipper, ein Anhänger mit Planen, ein geschlossener oder offener Kastenwagen ist. Das Datum der Erstzulassung ist ebenso relevant.

Für eine Kaskoversicherung ist zudem der Neuwert des Fahrzeugs wichtig. Je höher der Neupreis des Anhängers ist, desto höher sind auch die Versicherungskosten.

Geschätzte Richtwerte

Viele Anbieter setzen die Prämie für eine Anhänger-Haftpflichtversicherung auf unter 30 Euro pro Jahr fest. Schließt man zusätzlich noch eine Kaskoversicherung ab, zahlt man in der Regel einen Beitrag, der unter 100 Euro pro Jahr liegt.

 Aufgrund der Anzahl an Einzelfaktoren sind dies jedoch nur Richtwerte. Die Prämien können sich bei den verschiedenen Anbietern und je nach Bedingungen durchaus unterscheiden. Daher lohnt es sich, genau zu vergleichen.

Zugfahrzeug oder Anhänger: Welche Versicherung haftet im Schadensfall?

Im Falle eines Unfalls erweist sich die Schadensregulierung nicht immer als eindeutig. In der Regel greift allerdings die Kfz-Versicherung des Zugfahrzeuges, wenn sich Zugfahrzeug und Anhänger zum Zeitpunkt des Schadens in Bewegung befinden.

Die Anhänger-Versicherung greift, wenn der Anhänger vom Zugfahrzeug abgekoppelt wurde und auf öffentlichem Boden einen Schaden verursacht.

In einigen Fällen springt die Anhänger-Versicherung aber auch dann ein, wenn der Anhänger in Benutzung ist. Das kann etwa dann sein, wenn er von der Spur abkommt und ein anderes Fahrzeug beschädigt – beispielsweise aufgrund von glatten Witterungsbedingungen.

Die häufigsten Schäden, die von der Versicherung für Pkw-Anhänger übernommen werden, entstehen bei Abstellen der Anhänger ohne ein dazugehöriges Zugfahrzeug. So kann zum Beispiel die Befestigung versagen und der Anhänger kommt unkontrolliert ins Rollen. Oder ein unbeleuchteter Wohnwagenanhänger ist in der Dunkelheit von einem Motoradfahrer nicht zu sehen und er kollidiert mit ihm. Hier würde Versicherung des Anhängers greifen.

Gibt es bei der Anhänger-Versicherung einen Schadenfreiheitsrabatt?

Anders als beispielsweise bei Kfz-Versicherungen für Pkws gibt es bei einer Anhänger-Versicherung kein Schadenfreiheitsrabattsystem. Das bedeutet, die Versicherungsprämie wird immer zu 100 Prozent berechnet.

Bei Pkw-Versicherungen steigt mit jedem unfallfrei gefahrenen Jahr der Schadenfreiheitsrabatt um den Faktor eins. In Prozenten ausgedrückt bedeutet dies, im Laufe der Jahre senken sich die Prozente und der Versicherungsbeitrag wird dadurch günstiger. Im Schadenfall wird der Prozentsatz jedoch wieder angehoben und der Versicherungsbeitrag steigt.

Dieses System gilt für Haftpflicht- und Vollkaskoversicherungen. Beim Teilkaskoschutz gibt es dieses Rabattsystem nicht. Das lässt sich damit begründen, dass eine Teilkaskoversicherung für Schäden haftet, an denen der Versicherungsnehmer keine Schuld hat.

Bei einer Anhänger-Versicherung werden alle Versicherungszweige immer mit dem einhundertprozentigen Beitrag berechnet. Im Schadenfall steigt die Prämie entsprechend auch nicht an.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Für diese Anhänger benötigst du keine seperate Anhänger-Versicherung:

  • Anhänger in der Land- und Forstwirtschaft
  • Pferdeanhänger für Sportpferde
  • Fahrzeugtrailer für Sportfahrzeuge ohne Zulassung
  • Verschiedene Spezialanhänger
  • Jedoch empfehlenswert eine Haftplichtversicherung für diese Anhänger abzuschließen

Anhänger-Versicherung – möglicher Versicherungsumfang:

  • Haftpflichtschutz – gesetzlich vorgeschrieben
  • Teilkaskoversicherung – optional
  • Schäden durch Diebstahl
  • Vandalismus
  • Sturm
  • Hagel
  • Feuer
  • Wildschäden
  • Glasbruch
  • Vollkaskoversicherung – optional
  • Entspricht den Teilkasko-Leistungen und deckt zusätzlich bei:
  • Vandalismus
  • Eigenverschulden
  • Ausfall einer gegnerischen Haftpflicht (bspw. Fahrerflucht)

Prämienrelevante Kriterien:

  • Nutzlast
  • Bei Teil- und Vollkasko: Neuwert des Anhängers
  • Anhängerart: Pkw-Anhänger, Lkw-Anhänger, Pferdeanhänger, Bootsanhänger
  • Aufbauart des Anhängers
  • Nutzungsart – private, geschäftliche oder gewerbliche Nutzung

Versicherungskosten:

  • Allgemein günstige Versicherungsbeiträge
  • Je nach Anbieter und Tarif unterschiedlich
  • Für eine reine Haftpflichtdeckung – Jahresbeiträge rund um 30 Euro, bei Kaskoversicherungen unter 100 Euro

Besonderheiten einer Anhänger-Versicherung: 

  • Kein Schadenfreiheitsrabattsystem
  • Je nach Anbieter und Tarif unterschiedlich
  • Prämienberechnung immer zu 100 %

Der Weg zur besten Anhänger-Versicherung

Versicherungen für einen Anhänger kann man heutzutage bei fast allen Kfz-Versicherern abschließen.

Wie auch bei den Kfz-Versicherungen existieren hier mitunter deutliche Preis- und Leistungsunterschiede. Wer bei mehreren Anbietern Angebote online oder telefonisch anfragt, bekommt von jedem einen anderen Betrag genannt. Diese können beträchtlich voneinander abweichen.

Mit dem Urteil vom 27.10.2012 (BGH, IV ZR 279/08; OLG Celle) weigern sich zudem einige Anbieter Anhänger solo, das heißt ohne das Zugfahrzeug zu versichern. Auf eine Email-Anfrage ist dies der Fall beim ADAC, der VHV sowie der Münchner Verein Versicherung.

Bei einigen Kfz-Versicherungen kann die Anhänger-Versicherung auch separat abgeschlossen werden, ohne dass das Zugfahrzeug bei der gleichen Gesellschaft versichert sein muss. Allerdings bieten diese Möglichkeit nur wenige Versicherungen an.

Und nicht alle Versicherungen bieten auch einen Vollkaskoschutz für einen Anhänger (z.B. HUK Coburg/HUK24) oder schließen gewerblich genutzte bzw. bestimme Anhängerarten aus.

Aufgrund der verschiendensten Anforderungen, Anhängervarianten und -ausführungen ähnelt die Suche nach einer günstigen und passenden Anhänger-Versicherung der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen.

Wir empfehlen dir daher folgende Vorgehensweise:

Schritt 1: Beim aktuellen Kfz-Versicherer erfragen, ob der Anhänger mitversichert werden kann

Wie erwähnt, kann sich als schwierig erweisen, wenn der Anhänger bei einer anderen Kfz-Versicherung versichert werden soll, als das Zugfahrzeug.

Daher würden wir dir zunächst empfehlen, beim aktuellen Kfz-Versicherer anzufragen, welche Versicherung dein Anhänger konkret benötigt und dir entsprechend ein Angebot einzuholen.

Wichtig ist dabei, dass du genaue Angaben machst, da Falschangaben zum Verlust des Versicherungsschutzes führen können.

Eine Anhänger-Haftpflichtversicherung sollte nicht mehr als 30 Euro im Jahr kosten.

Es ist natürlich möglich, dass dein aktueller Kfz-Versicherer eine Aufnahme ablehnt oder bestimmte Leistungen nicht anbietet. Wie bereits oben angedeutet, kann das folgende Gründe haben:

  • Du eine Anhänger-Vollkaskoversicherung wünscht, diese aber vom aktuellen Kfz-Versicherer nicht angeboten wird; oder
  • du einen Anhänger geschäftlich nutzen bzw. einen Spezialanhänger (z.B. Pferdeanhänger, Bootstrailer, Wohnwagenanhänger o.ä) versichern möchtest, diese Leistungen aber vom Anbieter kategorisch ausgeschlossen werden.

In diesem Fall stehen dir zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • 1
    Du wechselst dein Kfz-Versicherer und versicherst dein Pkw zusammen mit dem Anhänger;
  • 2
    Du versicherst dein Anhänger seperat von deinem Pkw bei einer anderen Versicherungsgesellschaft.

In Prinzip erfordert der Wechsel des Kfz-Versicherers mehr Zeit, da man zunächst eine günstige Versicherung suchen muss, die zugleich auch bereit ist den Anhänger mitzuversichern.

Aber: Je spezieller der Anhänger, desto länger dauert die Suche. Einfacher und zweitsparender wäre daher den Anhänger seperat von deinem Auto/Transporter zu versicheren.

Im Folgenden werden beide Optionen besprochen.

Schritt 2.1: Kfz-Versicherer wechseln und Zugfahrzeug gemeinsam mit Anhänger versichern

Zunächst ist es von Bedeutung, eine passende Kfz-Versicherung zu finden.

Vergleichsportale versprechen hier abhilfe: Weil jeder Versicherer das Risiko eines Fahrers anders bewertet, bieten sie mit nur einer Eingabe aller relevanten Daten eine nützliche Übersicht über die Preise vieler Anbieter.

Im Vergleich lieferten die Portale Check24 und Verivox die besten Ergebnisse. Etwas schwächer, aber auch noch gut war autoversicherung.de.

Bitte beachte: Kein Portal listet die Preise aller Versicherungen

Einige Anbieter haben nur mit einem der vielen Portale einen Vertrag, andere erscheinen auf gar keinem Vergleichsportal. Wer sich auf ein Vergleichsportal allein verlässt, findet daher nur selten den wirklich günstigsten Tarif.

Einige preissagressive Anbieter ziehen sich zunehmend von den Portalen zurück. Dazu gehören zum Beispiel die Hannoversche Direkt und HUK24. Beide bieten sowohl günstige als auch gute Kfz-Versicherungstarife an.

Anschließend erfragt man dann beim Versicher der Wahl an, ob der entsprechende Anhänger zusammen mit dem Pkw versichert werden kann.

Wenn kein für dich optmales Angebot eingeholt werden konnte oder das Angebot abgelehnt wurde, würden wir dir empfehlen zu Schritt 2.2 überzugehen.

Schritt 2.2: Anhänger seperat vom Zugfahrzeug versichern

Wie bereits erwähnt, kann bei einigen Gesellschaften ein Versicherungsschutz abgeschlossen werden, ohne dass das Auto beim gleichen Anbieter versichert ist.

Allerdings ist das nur bei einigen Anbietern möglich, und zwar nach unseren Recherchen bei folgenden Unternehmen:

  • HUK-Coburg
  • HUK24 (Tochtergesellschaft der HUK-Coburg)
  • KRAVAG
  • Allianz
  • DEVK
  • WGV
  • Europa

Diese Anbieter haben wir uns genauer angeschaut und auf Herz und Nieren überprüft.

Unsere Empfehlung

Zusammenfassend können wir die Anhänger-Versicherungstarife der DEVK als auch der HUK-Coburg/HUK24 empfehlen.

Neben einem guten Preis sind auch die Faktoren zur Preisberechnung bei der DEVK Versicherung sehr gut nachvollziehbar. Haftpflicht-, Teil- und Vollkasko-Versicherung sind im Angebot enthalten. Insgesamt erscheint die DEVK als die kompletteste Anhänger-Versicherung.

Die Anhänger-Versicherung der HUK-Coburg/HUK24 landet knapp auf Platz 2 in unserem Vergleich. Bei sehr ähnlichen Leistungen ist der Preis nur geringfügig teurer als bei unserem Testsieger. Als Manko ist das Fehlen eines Vollkaskotariffs zu erwähnen.

Die HUK-Coburg ist nur marginal teurer (um 1 € bei Eingeben gleicher Testdaten) als die gesellschaftlich eng miteinander verbundene HUK24 Versicherung. Die HUK24 ist eine Tochter der HUK Coburg und agiert rechtlich selbständig. Sie tritt als reine Onlineversicherung auf, bietet jedoch im Schadenfall den vollen Schadenservice der HUK-Coburg an. Wer sich vorab per Telefon oder vor Ort beraten lassen will, wäre unserer Meinung nach bei der HUK-Coburg im Vergleich zur HUK24 besser aufgehoben. 

Andere Anbieter weisen Schwächen auf, die zu Abschlägen in unserer Bewertung führten. Beispielsweise ist die ADAC Anhänger-Versicherung nur für Mitglieder möglich und der Allianz MeinAnhänger-Tarif kann nicht online abgeschlossen werden.

Bei der VHV muss das ziehende Fahrzeug mitversichert sein, um eine Absicherung im Kaskobereich zu erhalten. Wenn eine Haftpflichtversicherung gewünscht ist, spielt jedoch das ziehende Fahrzeug keine Rolle. Ein Online-Abschluss ist ebenso nicht möglich. 

DEVK - Anhänger-Versicherung

  • Anhänger einzeln versicherbar
  • Haftplficht, sowie Teilkasko- und Vollkaskotarife
  • Teilkasko mit 150 € Selbstbeteiligung 
  • Nutzung: Privat und Geschäftlich
  • Anhänger bis 3.500 kg Gesamtgewicht Privat- oder Werkverkehr, Wohnwagenanhänger
  • Versicherungsbestätigung: Sofort
  • 100 Mio. € Deckungssumme
  • Leistungsstarke Teil- und Vollkaskoversicherung
  • Diverse Auszeichnungen als Testsieger
  • Vermietung möglich
  • Einfacher Online-Abschluss
  • Anhänger in Sonderausführungen (z. B. Pferde-, Wohnwagen- und Sportanhänger)

HUK-Coburg/HUK24 Anhänger-Versicherung

  • Anhänger einzeln versicherbar
  • Haftplficht, sowie Teilkaskotarife
  • Teilkasko mit 150 € Selbstbeteiligung 
  • Nutzung: Privat und Geschäftlich 
  • Anhänger bis 3.500 kg Gesamtgewicht Privat- oder Werkverkehr, Wohnwagenanhänger
  • Versicherungsbestätigung: Sofort
  • 100 Mio. € Deckungssumme
  • Leistungsstarke Teilkaskoversicherung
  • Diverse Auszeichnungen als Testsieger
  • Einfacher Online-Abschluss
  • Transparentes Preismodell
  • Keine Anhänger in Sonderausführungen z. B. Bootsanhänger, Pferdeanhänger, Sportgeräteanhänger oder Faltanhänger
  • Kein Vollkaskotarif

Wissenswertes: Benötigte Unterlagen für die Zulassung eines Anhängers oder Wohnwagens

Wenn du ein Fahrzeug zulassen willst, benötigst du folgende Unterlagen:

  1. Zulassung eines Neufahrzeugs (fabrikneues Fahrzeug):
  2. Versicherungsbestätigungs-Nummer des Versicherers
  3. Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung
  4. Zulassungsbescheinigung Teil II bzw. COC-Papier (Übereinstimmungsbescheinigung)
  5. Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer
  6. ggf. schriftliche Vollmacht für Vertreter und dessen Ausweis oder Pass

Zulassung eines Gebrauchtfahrzeugs:

  1. Versicherungsbestätigungs-Nummer des Versicherers
  2. Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung
  3. Zulassungsbescheinigung Teil I
  4. Zulassungsbescheinigung Teil II
  5. ggf. Kennzeichenschilder
  6. Gültige Prüfbescheinigung Haupt- & Abgasuntersuchung (wenn das Fahrzeug älter als drei Jahre ist)
  7. Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer
  8. ggf. schriftliche Vollmacht für Vertreter und dessen Ausweis oder Pass

Punkte, die du beachten solltest, um einen Anhänger verkehrssicher zu führen

  • Bereits bei der Beladung eines Anhängers gibt es wichtige Punkte zu beachten. Die Last sollten möglichst gleichmäßig auf dem Hänger verteilt werden. Die schwersten Lasten sollten über den Achsen gelagert werden. Das ist wichtig für eine gute Straßenlage des Anhängers. Übrigens ist das auch bei Wohnanhängern wichtig.
  • Die Ladung muss gut gesichert werden um ein verrutschen während der Fahrt zu verhindern.
  • Vor der Fahrt unbedingt auch die Beleuchtung kontrollieren, um zu sehen, ob alle Lampen und Blinker richtig funktionieren. Bei der Fahrt mit einem Anhänger musst du beachten, dass derartige Gespanne in Deutschland maximal 80 km/h fahren dürfen. Nur in Ausnahmefällen ist eine Geschwindigkeit von 100 km/h erlaubt; dann muss dies jedoch im Fahrzeugschein eingetragen sein.
  • Da Anhänger sehr anfällig für Seitenwind sind, ist zudem eine hohe Aufmerksamkeit beim Fahren gefragt. Kommt der Hänger trotz der besonderen Vorsicht ins Schlingern, sollte sofort vom Gas gegangen und nur langsam weitergefahren werden, bis die Kontrolle wiedergewonnen ist. Schlingert bereits das Zugfahrzeug mit, hilft eine kurze, kräftige Bremsung bei gerade gehaltenem Lenkrad.
  • Die rechtlichen Vorschriften und Bestimmungen zum Anhängerbetrieb im Ausland sind umfangreich und unterschiedlich, besonders die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wichtiges zu den Verkehrsbestimmungen für Gespanne im In- und Ausland – nicht nur für Wohnanhänger – findest du  auf den Seiten des ADAC.

Wir wünschen dir jederzeit eine gute Fahrt.

>